Platanos fritos – gebratene Kochbananen

Die einfachste Speise der Welt

Seit gut 15 Jahren experimentieren die Kochgenossen regelmäßig mit verschiedenen Produkten und deren kulinarischem Potential. Viele Rezepte wurden mehrmals in verschiedenen Variationen gekocht, wobei dabei versucht wurde, möglichst viel wegzulassen, um zum eigentlichen Kern des Gerichts vorzustoßen. Wie bei allen Künsten geht es auch beim Kochen um eine Reduktion auf das Wesentliche, anstatt mit der Zugabe von weiteren Zutaten und Gewürzen das kulinarische Konzept einer Speise zu überdecken und zu verflachen. Das sogenannte „Verfeinern“, also die Zugabe von Extra-Zutaten zur vermeintlichen Verbesserung, ist meist ein Feind des guten Kochens. Viele Speisen gewinnen gerade durch Reduktion.

Im Zuge dieser Rezept-Experimente stellte sich die Frage, was das „einfachste“ Gericht der Welt wäre. Gibt es Etwas, das nur mit der Verwandlung durch Hitze, ohne Zugabe von irgendwelchen Gewürzen zu einer Köstlichkeit werden kann? Fündig wurden wir schließlich bei einem Produkt, das im Geschmack der Kartoffel nicht unähnlich ist: Kochbananen oder Platanos – nicht zu verwechseln mit normalen Bananen. In Afrika und Lateinamerika sind die stärkehaltigen Früchte ein billiges Grundnahrungsmittel und immer öfter findet man sie auch in Ethnoläden im Westen. Normalerweise werden sie in grünem Zustand gekocht wie Kartoffeln und sind diesen dann nicht unähnlich, eher ein bisschen weniger geschmacksintensiv und leicht mehlig. Lässt man Kochbananen allerdings voll ausreifen, so kann man sie einfach mit etwas Öl in der Pfanne braten. Das Ergebnis ist sensationell: goldbraun, karamellig, saftig. Tatsächlich brauchen die auf diese Art zubereiteten Platanos nicht einmal Salz.

Voraussetzung sind allerdings wirklich überreife Früchte – was vielen Konsumenten einige Überwindung kosten dürfte. Denn die Schale sollte eigentlich komplett schwarz sein und bei Berührung sollten sie sich nicht nur weich, sondern fast flüssig anfühlen! In diesem Zustand hat das Fruchtfleisch eine orange Farbe. Lassen Sie sich nicht beirren, wenn es etwas eklig aussehen sollte. Sind die Früchte nicht reif genug, wird das Ergebnis eher fade sein – also nur Mut, schwarze und gatschige Platanos kaufen, sie sind köstlich! Wenn man nur harte Exemplare bekommt, kann man sie bei Zimmertemperatur nachreifen lassen, bis sie ganz weich sind.

 

Kochbananen Reifegrad                     Kochbanane geschnitten

Die Kochbananen so lange bei Raumtemperatur lagern, bis sie schwarz und sehr weich sind. Sie lassen sich dann immer noch gut schälen. In spitzem Winkel schräg in Scheiben schneiden, damit möglichst viel Oberfläche entsteht.

Zutaten für 4 Personen:

  • 2-4  schwarze, überreife Kochbananen (Platanos)
  • geschmacksneutrales Öl

Zubereitung:

  • Platanos schälen und diagonal in etwa 5-6mm dicke Scheiben schneiden. Je schräger der Schnitt, desto besser, denn dadurch vergrößert sich die Oberfläche im Vergleich zum Volumen. Damit kommt es vermehrt zu Zonen die karamellisieren können.
  • Pfanne mit ca. 5mm Pflanzenöl stark erhitzen (170 Grad), Platanas nebeneinader auf beiden Seiten goldbraun backen. Auf Küchenpapier vom Öl abtupfen.

Passt zu Fisch, Geflügel, Fleisch, schwarzen Bohnen, Reis und noch viel mehr. Wenn man es richtig gemacht hat, gibt es eine hauchdünne Karamellkruste. Keine Angst, es schmeckt nicht nach Banane!

Dieses Rezept stammt aus dem Buch „Das kulinarische Manifest – mit Rezepten der Kochgenossen“ von Michael Langoth

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