Ein Beitrag von Sarah Langoth

Drei Wochen durfte ich auf der B’suchalm im Langental, einem Seitental des Stubaitals, verbringen. Drei Wochen vergehen schnell im Alm-Rhythmus, der nach wie vor von viel Arbeit, aber wunderschönen Landschaften und kulinarischen Köstlichkeiten geprägt ist.

Früh aufstehen, Stall ausmisten, Kühe melken – auf der Alm nach wie vor mit einfachsten Geräten.
 
Die ersten paar Tage habe ich einen ordentlichen Muskelkater. Die Mittagszeit verfliegt beim Bewirten der Gäste sowieso. Nach ein paar Tagen verstehe ich den Dialekt zumindest zur Hälfte und muss nicht mehr nur raten, was gerade bestellt wurde.
 
Sobald die letzten Gäste weg sind und die Küche geputzt, ist auch schon wieder Zeit zum Melken. Oder das neugeborene Kalb füttern, das herumspringt wie ein junger Hund.
Jeden Tag lässt sich hier Neues lernen über die Basics der Milchwirtschaft und die Lebensrealität der Menschen, die unsere Lebensmittel produzieren: das sei jedem (Stadt)Menschen einmal empfohlen!
 
Abends falle ich hundemüde ins Bett, aber mit dem gemütlichen Gefühl von warmen Kühen, einer urigen Gaststube und der absoluten Stille am hintersten Ende eines Alpentals.
 
 
Auf der B’suchalm bekommt man nicht nur die regionale Wander-Brettljause, sondern selbstverständlich auch ausgezeichnete Kaspressknödel oder Tiroler Blattln mit Kraut, oder eben die Stubaitaler Graukas-Striezel!
 
Wer jemals in der Gegend wandern sollte (in den Stubaier Höhenweg lässt sich von hier aus hervorragend einsteigen), sollte hier also auf alle Fälle für eine Stärkung Halt machen.
 

Foto: Lena Guggemos

Johanna Siller heißt die junge Almwirtin, die seit dieser Saison die B’suchalm auf Trab hält, trotz der vielen Arbeit immer mit einem Lächeln im Gesicht.
 
Der ehemalige Almwirt Georg „Jörge“ besucht die B’suchalm sooft er kann, auf einen Kaffee und Kuchen, oder um Johanna seine Familienrezepte weiterzugeben. Das Rezept der Stubaitaler Graukas-Striezel stammt von seiner (schon lang verstorbenen) Mutter Ida Schöpf.
 

Sehr interessant ist die spezielle Formgebung der Striezel, denn die namensgebende Striezelform wird hier quasi aufgelöst. Der Begriff “Striezel” ist verwandt mit “Strähne” und bezeichnet normalerweise zopfartig geflochtene Teigstränge. Doch auf der B’such-Alm wird das Flechten mit nur einer Schlinge bloß angedeutet und ergibt dadurch eine offene, ringartige Form. So kann der Teig viel schneller und gleichmäßiger garen – eine Eins Plus für intelligentes food-design!

 

Zutaten:

  • 420 g Tiroler Graukas (nicht zu stark gereift, eher frisch) 
  • 105 g Weizenmehl (glatt)
  • 35 g Weizenmehl (griffig)
  • 14 g Trocken-Germ (Hefe) = 2 Packerl
  • 2 Eier
  • etwas lauwarme Milch zum regulieren der Teigkonsistenz
  • Salz
  • Butterschmalz (oder Öl) zum Frittieren
  • Apfelmus als Beilage

 

Zubereitung:

  • Graukas mit den Fingern in eine Schüssel zerbröseln
  • 105 g glattes und 35 g griffiges Mehl dazugeben
  • einen knappen TL Salz dazugeben
  • 2 Packerl Trockenhefe á 7g dazugeben
  • 2 Eier dazugeben
  • alles vermengen und kneten
  • die Konsistenz des Teiges mit etwas lauwarmer Milch regulieren. Sollte wie ein fester Brotteig werden
  • nach dem Kneten den Teig zu einer Kugel formen, mit einem Tuch abdecken und 90 min an einem warmen Platz “gehen” lassen
  • die “Striezel” wie im Rezeptvideo formen, mit einem Tuch abdecken und nochmals 20 min rasten lassen
  • in Butterschmalz (oder Öl) goldgelb frittieren und auf Küchenpapier abtropfen lassen
  • mit Apfelmus noch heiß servieren