Dieses saftig-süße Hühnchen hat das Zeug, bei der nächsten Grillparty einen Volltreffer zu landen!
Char Siu bedeutet wörtlich „mit der Gabel geröstet“ und wird in China, Thailand und Vietnam vor allem mit Schweinefleisch zubereitet. Der Name bezieht sich auf die traditionelle Zubereitung, bei der das Fleisch auf lange Spieße oder Gabeln gesteckt und über offenem Feuer geröstet wurde.
In dieser Variante kommt Hühnerfleisch zum Einsatz – ein Rezept, das nicht nur am Grill im Garten wunderbar funktioniert, sondern auch im Backrohr oder im Airfryer zuverlässig gelingt. Besonders gut eignet sich ausgelöste Hühneroberkeule mit Haut, denn sie bleibt beim Garen herrlich zart und saftig.
Über Nacht zieht eine Marinade mit hohem Zuckeranteil in das Fleisch ein. Beim Rösten karamellisiert sie an der Oberfläche und sorgt für die typisch knusprige, glänzende Kruste mit intensivem Aroma.
Traditionell zubereitetes Char Siu wird gegen Ende des Röstens zusätzlich mit Maltosesirup oder Honig glasiert. Für uns erscheint das allerdings allzu süß – wir lassen die Glasur einfach weg.
Charakteristisch ist auch die tiefrote Farbe an der Oberfläche, die ursprünglich durch eine fermentierte Paste aus Soja und rotem Reis hergestellt wurde. Heute wird fast durchwegs rote Lebensmittelfarbe verwendet – kann man machen, muss man nicht!
Das Rezept ist einfach und deppensicher, sofern man zwei Details beachtet:
- Unbedingt eine ausgelöste Oberkeule mit Haut verwenden, keine Brust! Dieses saftige Stück hat das Format eines kleinen Steaks und ist schnell durchgegart. Die Fettanteile sind aromatisch wichtig und schmelzen beim Grillen großteils ab.
- So kurz wie möglich grillen, dann bleibt das Fleisch wunderbar zart und saftig. Bei kleinen Exemplaren reichen oft wenige Minuten. Unsere Rezeptangaben beziehen sich auf große Exemplare mit 200 g pro Stück, die im Backrohr oder Airfryer zubereitet werden. Am offenen Grill hilft der Drucktest mit dem Finger: man spürt, dass das Fleisch gar ist, sobald es nicht mehr weich-elastisch nachgibt, aber noch nicht hart ist.
Als optimale Beilage passt Pak Choi in seiner einfachsten Zubereitungsform dazu: einfach der Länge nach vierteln und 60 Sekunden lang in stark gesalzenem Wasser blanchieren.
Hoisin-Sauce, Reiswein, Sesamöl und die Gewürzmischung “5 chinesische Gewürze” bekommt man in jedem asiatischen Geschäft.
Zutaten für 4 Portionen:
- 4 ausgelöste Oberkeulen vom Huhn samt Haut (ca. 800 g)
- 1 Knoblauchzehe
- 1,5 EL Hoisin-Sauce
- 2 TL Sojasauce
- 2 EL Zucker (vorzugsweise brauner Rohrzucker)
- 1 EL chinesischer Reiswein (trockener Weißwein passt auch)
- 1/2 TL 5 chinesische Gewürze
- 1/2 TL weißer Pfeffer
- 1/2 TL Sesamöl
- 1 TL Salz
- optional: ein paar Tropfen rote Lebensmittelfarbe
Zubereitung:
- Knoblauch reiben oder pressen und alle Zutaten gut vermischen
- das marinierte Fleisch zugedeckt im Kühlschrank ziehen lassen, mindestens 4 Stunden, am besten über Nacht
- optimal ist das Grillen am offenen Holzkohlenfeuer (nicht zu lange grillen)
- im Airfryer oder Backrohr 5 min bei 170ºC Umluft, Hautseite oben (bei kleineren Exemplaren eventuell kürzer garen)
- umdrehen und nochmals 5 min bei 170ºC (bei kleineren Exemplaren eventuell kürzer garen)
- umdrehen und ca. 4 min bei 200ºC bräunen (Airfryer), im Backrohr Grill einschalten und beobachten, damit nichts verbrennt
- das gegrillte Fleisch kurz rasten lassen und dann in dünne Scheiben schneiden


